Denkmal für einen Trinker

31. Mai Fronleichnam. Das „Denkmal für einen Trinker“ ist fertiggestellt. Und jetzt auch von der Straße gut zu sehen. 

Nachdem die Robinie sich als rechte Diva entpuppt hat („Nein, keine Leiter anlehnen!“, „Ich will keine Flaschen in der Krone!“) sind die übrigen Weinflaschen auf Zweigen in den Boden gesteckt.

 

Und auch ein paar größere Wodkaflaschen haben ihren Weg auf Stöcke gefunden. Die Hasel ist voll!

 

Bis zu den Sommerferien bleibt das Denkmal stehen und es könnten noch Flaschen  hinzukommen. Solange sie weiter im Graben entsorgt und von mir eingesammelt werden. Im Juli wird dann alles wieder abgebaut.

Presse für besoffene Hasel

Am 5. Mai erschienen Bilder und Text von Holger Hackendahl. Vielen, lieben Dank für den ausführlichen Artikel, den der Hanauer Anzeiger ein paar Tage später ebenfalls abgedruckt hat!

Außerdem großen Dank an Herrn Jaksch von den Straßenmeisterei und die Herren Rippert und Marschall vom Hanauer Ordnungsamt, die sich extra Zeit für den Ortstermin genommen hatten, um die Situation zu bewerten und daraufhin ihr Einverständnis für den Aufbau der Installation erteilt haben! Und natürlich der Stadt Hanau, dem Kulturdezernenten Martin Hoppe und Hessen Forst für die freundliche Unterstützung!

Erste Flaschen

Seit 4. Mai hängen die ersten Wodkaflaschen am Haselstrauch (für jeden gestutzten Zweig habe ich mich entschuldigt und genau erklärt, warum die Flaschen aus dem Graben sichtbar an den Zweigen hängen sollten). Die Hasel hat es abgenickt!

Was in meinem Konzept und Entwurf noch als „ästhetisierter Müll“ kritisiert worden ist, bei dem „kein Mensch an Müllvermeidung“ denken würde, sieht in der Realität nun regelrecht deprimierend aus: Der Strauch lässt unter dem Gewicht der kleinen Flaschen die Zweige hängen und schaut aus, als hätte er selbst die Nacht durchgezecht.

Meistens entwickelt ein Konzept während der Umsetzung ein Eigenleben und in diesem Fall drückt der Strauch nun mehr Gefühl aus, als im Entwurf.

Robinie und Haselstrauch

April: Das Konzept für mein Trinker-Denkmal steht und da es keine Guerilla-Aktion werden soll, werden jetzt Behörden informiert und um Genehmigung gebeten.

Der Ortstermin mit Ordnungsamt und Straßenmeisterei ist am 23. April. Ich habe etwas Sorge wegen des Laubaustriebs. Bei meiner ersten Standorterkundung waren die Sträucher noch kahl und die Flaschen bestimmt gut sichtbar.

Mittlerweile hat die Hasel schon ordentlich Laub ausgetrieben. Dort sollen die kleinen Wodka-Flaschen hängen.

Den Baum hätte ich mir genauer ansehen sollen. Mir gefielen die Lage und die Höhe bei meinem ersten Besuch. Für die Müller-Thurgau-Flaschen genau richtig. Der Baum ist eine Robinie  und die heißt nicht umsonst „gemeiner Schotendorn“.

#plogging und so

#plogging und so

Auf dem Weg zur Arbeit im Wildpark und als Laufstrecke nutze ich häufig die Darmstädter Straße. Im Frühjahr fielen mir extrem viele Glasflaschen auf. Zeitgleich mit mehreren Artikeln über #plogging.

Find ich gut, mach ich auch – dachte ich. Die mitgebrachten Taschen waren nach 5 Metern voll. Hauptsächlich mit zwei Marken.

Warum wirft jemand regelmäßig Flaschen in den Straßengraben? Kurz vor dem Ortseingang, etwas 500 Meter entfernt, stehen Altglas-Container! Warum ist ausgerechnet auf Flaschen mit Hochprozentigem kein Pfand? Bis zu welcher Promille ist unser Umweltbewußtsein noch aktiv? Ist das eine Einzelperson, die immer wieder hier entlangfährt und die Flaschen einfach aus dem Auto wirft? Wieviel hat der Mensch schon getankt? Wie lange schon? Wie lange noch?

Die ganzen Fragen wollte ich stellen und zwar so, dass sie jeder lesen kann.